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Samstag, 25. Oktober 2025

25.10.2025 Gorafe-Wüste-Tabernas (Western Leone)

Jetzt gibt es erstmal ein Bild von gestern Abend, kurz bevor die Sonne unterging. Die Farbe der Landschaft änderte sich minütlich und es war absolut ruhig. Keinerlei Fremdgeräusche, einfach schön.
Hier sieht man am roten Punkt, wo wir übernachtet haben. Wir sind die gelbe Route links bis zum Übernachtungspunkt gefahren.

Heute Morgen war es mit 17 Grad noch recht frisch, als wir aufgestanden sind. Die ganze Nacht über kam kein anderes Fahrzeug mehr durch und wir waren alleine am Übernachtungsplatz.

Nach dem Frühstück mussten wir dann leider unsere nicht vorhandene Reiseplanung abrupt ändern und das kam so.

Ich habe die Müslischüssel ausgewaschen und abgetrocknet. Als H. kurz darauf noch die Kaffeetassen abwaschen wollte, machte die Wasserpumpe wieder keinen Mucks. Nichts, nada, kein Wasser mehr. Ich habe die ja während unserer Reise erst vor 3 Wochen erneuert und jetzt hat das deutsche Markenprodukt schon wieder den Geist aufgegeben. Wir haben den Abwasch dann mit Kanisterwasser erledigt aber es war klar, dass eine Pumpe her muss. Nur, es ist Samstag, wir stehen in der Prärie und die nächste größere Stadt ist viele Kilometer entfernt.

Wir sind dann mal losgefahren und sind der gelben Route weiter gefolgt. Es ist ja ein Rundkurs, der wieder zurück nach Gorafe führt.

Das Problemchen war nur, dass die Schotterpiste nun richtig schlecht wurde und wir nur noch mit Allrad und Untersetzung fahren konnten.


Es hatte überall tiefe Gräben und teilweise große Steine. Fotos gibt es davon nicht viele, da der Fahrer keine Hand frei hatte und es den weiteren Fahrzeuginsassen nicht nach fotografieren war. Die hatten den Blick eher in Richtung Abgrund gerichtet.

Nach einigen Kilometern kam uns das erste Fahrzeug einer geführten 4x4-Tour entgegen und kurz darauf zwei weitere Fahrzeuge des selben Reiseveranstalters. Die karren hier die Leute durch die üblen Pisten, die das nicht selber fahren wollen oder können.

Ich habe den Guide gefragt, ob es hier in der Gegend eine Möglichkeit gibt, eine Wasserpumpe zu kaufen. Er hat mir daraufhin die Adresse eines Baumarkts in Guadix aufgeschrieben und gemeint, wenn ich das Teil irgendwo bekomme, dann dort.

Das Problem war nur, dass es schon nach 11 Uhr war und der Baumarkt nur bis 13 Uhr geöffnet hat.

Außerdem war die Richtung völlig falsch, weil wir heute eigentlich in die Tabernas-Wüste fahren wollten. 

Egal, ohne Wasserpumpe geht es nicht. Also sind wir die restlichen Kilometer über die Rüttelpiste gerumpelt und dann auf direktem Weg nach Guadix gefahren. Ogli durfte da mal auf die Autobahn, weil wir es sonst nicht rechtzeitig geschafft hätten. 

Normalerweise hätten wir auf der Anfahrt etliche Fotostopps eingelegt und auch die Stadt, die wirklich schön liegt und schon als Drehort für diverse Filme wie z.B. Indiana Jones diente, mal von oben fotografiert, aber die Zeit drängte. Gegen 12.30 Uhr waren wir im angegebenen Baumarkt, den wir ohne die Hilfe des Guides nie gefunden hätten. Es war einfach eine Halle in einem Industriegebiet, in der es ein wildes Sammelsurium von Gegenständen gab. Der Mitarbeiter zauberte tatsächlich eine popelige Plastikpumpe, die etwas weniger Druck und einen geringeren Wasserdurchsatz wie unsere alte Pumpe hatte, aus einem Regal. Der Preis war dann allerdings mit fast 60 Euro nicht mehr ganz so popelig, aber wir hatten ja keine Wahl.


Eigentlich wollten wir dann noch in Ruhe Guadix anschauen, sind aber auf direktem Weg wieder aus der Stadt gefahren, weil es abartig voll dort war. Samstags ist ein großer Markt und der Verkehr staute sich überall und die Leute waren auf Parkplatzsuche.

Wir haben uns entschlossen, doch noch nach Tabernas zu fahren. Die zunächst von Google vorgeschlagene Route haben wir verworfen und sind hier über La Cahorra gefahren, wo wir zuerst mal einen Kaffee getrunken haben.
Vor hier aus gibt es eine Route über den 2000m hohen Puerto de la Ragua durch die Sierra Nevada.

Die Straße war sehr gut zu fahren und nach einer halben Stunde waren wir auf der Passhöhe.

Nach dem Pass fährt man kilometerlang bergab, nur um dann den nächsten Pass hochzufahren.

Die Landschaft wechselt ständig zwischen Wüste und Schwarzwald.

In den ganzen Bergdörfer in der Region sind die Häuser weiß gestrichen, so wie man das eigentlich aus Griechenland kennt.



Wie schon erwähnt, ist die Landschaft sehr abwechslungsreich. Mal sieht es aus wie am Vortag in der Wüste, dann ist wieder relativ viel grün.

Die Temperatur schwankte je nach Höhe immer so zwischen 26 und 31 Grad.




Gegen 17 Uhr kamen wir in Tabernas an. Die Tabernas-Wüste ist ein Naturschutzgebiet, in dem man nur geführte Touren unternehmen darf. Es gibt allerdings 3 Drehorte von unzähligen Western, die hier gedreht wurden. Wir hatten uns eigentlich das Rio Bravo Dorf ausgesucht, da es dort auch noch Vorführungen und Shows gibt. Als wir da ankamen, hieß es allerdings, dass wir hier nicht stehen bleiben können. Da sie außerdem noch 15 Euro für den Tagesparkplatz und 23 Euro Eintritt pP wollten, war es uns zu doof, einen Übernachtungsplatz zu suchen und dann morgen wieder hierher zu fahren.

Wir sind deshalb die 8km zurück zum anderen Westerndorf, "Western-Leone" gefahren. Hier steht einfach noch die Kulisse, aber es gibt keinen zusätzlichen Klamauk.

Hier haben wir 12 Euro Eintritt pP bezahlt, wobei der Eintritt ein Getränk im Saloon beinhaltet. 
Außerdem dürfen wir hier übernachten und können uns das morgen in aller Ruhe noch einmal anschauen. Es sind nur wenige Besucher hier. Außer uns steht aktuell nur noch ein WoMo auf dem Parkplatz.
Wir haben mal eine kleine Runde übers Gelände gedreht und uns einen Überblick verschafft.
Für H. habe ich dabei auch gleich ein lauschiges Plätzchen im Haus vom Sheriff gefunden.

Jetzt habe ich endlich auch mal in einem Saloon an der Theke was getrunken, wo schon etliche große Western von Sergio Leone gedreht wurden. Auch Bud Spencer Filme wie z.B. "2 glorreiche Halunken" wurde hier gedreht.

Eine Schlägerei, wie sich das gehört, gab es nicht, da niemand sonst da war.

Die Tabernas-Wüste dient auch heute noch immer wieder mal als Drehort für Filme wie früher dem Film Laurence von Arabien oder in heutiger Zeit die Serie Games of Thrones. Man kann das auch von amerikanischen Wüsten nicht unterscheiden.



Wir haben den Rundgang zunächst mal abgebrochen, weil die Wasserpumpe noch eingebaut werden musste. Die hat auf Anhieb funktioniert und jetzt hoffen wir mal, dass sie länger als 3 Wochen hält.


 

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