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Dienstag, 21. Oktober 2025

21.10.2025 Salamanca-Escalona

In der vergangenen Nacht hat es ein paar Tropfen geregnet. Als wir aufgestanden sind, war es dicht bewölkt und es war bei 16 Grad immer noch recht windig.
Wir haben zuerst mal ausgiebig gefrühstückt und haben dann die Duschen auf dem Campingplatz noch einmal genutzt, so dass es schon nach 11 Uhr war, bis wir dort weggekommen sind.

Nach ausführlichem Studium der Großwetterlage gestern Abend sind wir zum Ergebnis gekommen, dass wir die Route ändern und zunächst in der Mitte Spaniens bis nach Süden fahren werden.
Wir haben uns als Zwischenetappen in Richtung Süden Avila und Toledo rausgesucht.

Die von Google vorgeschlagene Route nach Avila haben wir direkt ignoriert und sind eine kleine Nebenstraße nach Alba de Tormes gefahren.

Das waren keine 20km und wir dachten eigentlich, dass es da nichts zu sehen gibt.

Das wurde dann aber doch ein längerer Aufenthalt.
Wir haben hier bei der Ruine geparkt und sind mal durchs Städtchen gelaufen.



In der Stierkampfarena waren sie gerade am Aufräumen, so dass wir einen Blick reinwerfen konnten.
Da war wohl am Wochenende ein Event und eher kein Stierpampf. Es standen noch eine Bühne mit Musikequipement und gedeckte Tische herum.

Wenn man die Arenen so nutzt, ist ja nichts dagegen einzuwenden.
Wir sind dann noch den Hinweisschildern zu einem Castillo gefolgt und sind schließlich hier gelandet.
Das Castillo ist sehr gut erhalten und ziemlich wuchtig. Es kostet mormalerweise 3 Euro Eintritt, aber die Dame am Empfang meinte, es wäre heute kostenlos.
Wir waren da völlig alleine unterwegs und konnten so in Ruhe alles besichtigen.
Im Seitenteil befinden sich in 2 Stockwerken Ausstellungen.


Dann kann man noch in den Turm, wobei das Treppenhaus bei H. nicht unbedingt einen Wohlfühlfaktor hatte.
Dafür ist der Blick von oben über die Stadt richtig schön.



Man sieht von oben auch schön die früheren Ausmaße des Castellos, obwohl vom vorderen Teil nur noch die Grundmauern übrig sind.

Bis wir von unserer Runde zurückkamen, hatte ein Spanier vor uns geparkt. So parken die hier immer und man wundert sich nicht, dass alle ihre Stoßstangen etwas verranzt sind. Wir hatten allerdings nach hinten etwas Platz und kamen gut aus der Lücke.
Es ging dann weiter über die SA-105 und AV-110 in Richtung Avila.

Das ist ein riesiges Niemandsland. Felder, soweit das Auge reicht, aber keine Häuser und keine Bauernhöfe dazwischen.

Mit der Zeit wurde die Landschaft immer steiniger und dazwischen standen überall diese Bäume rum.
Wir haben uns die mal genauer angeschaut und gegoogelt. Es sind Steineichen. Die haben richtig spitzige Blätter und die Früchte werden wohl vor allem von den Iberico-Schweinen vertilgt, die dann für den guten Schinken herhalten müssen.
Man nutzt die Früchte aber auch zur Ölgewinnung.




Gegen 14 Uhr kamen wir in Avila an. Auf einen Stadtrundgang haben wir verzichtet. Das Sehenswerte hier sind ja eh die Außenmauern und die sieht man so am Besten.





Es fing dann auch, während wir die Fotos gemacht haben, an zu tröpfeln und wir haben uns entschieden, weiter in Richtung Toledo zu fahren.
Wir haben die CL-505 genommen, die über mehrere Pässe führt. Mal ist man auf über 1300m Höhe, dann geht es wieder runter ins Tal und den nächsten Berg hoch.

Die Himmelsfarben änderten sich ständig zwischen dunkelschwarz und mal ein bisschen heller am Horizont.

Aber wie man auf den Bildern sieht, weiterhin Niemandsland.
Als wir den letzten Pass vor Escalona runtergefahren sind, fing es an in Strömen zu regnen.

Wir haben daher beschlossen, nicht mehr bis Toledo zu fahren sondern 50 km davor in Escalona, einem kleinen Nest mit 3800 Einwohnern, zu übernachten.
Wir hatten hier in Park4Night einen Platz mitten im Ort entdeckt und den sind wir direkt angefahren.
Schön war, dass es 2km vor unserem Stellplatz schlagartig aufgehört hat zu regnen und wir hier deshalb noch gemütlich eine Runde durch den Ort drehen konnten. Es war mit 21 Grad angenehm, zumal der Wind, den wir die letzten beiden Tage hatten, hier komplett verschwunden war.

Escalona, das auf 550m Höhe liegt, hat diese riesige Festungsanlage. Außerdem stehen im ganzen Ort Reste der großen Stadtmauer, die 2 Meter dick und 9 Meter hoch ist.


Wer das genau gebaut hat, weiß man nicht genau. Vermutlich war es mal eine römische Anlage, die später von den Mauren ausgebaut wurde und dann irgendwann von den Christen erobert wurde, aber genaues weiß man nicht.


Nach unserer Stadtrunde haben wir hier am La Plaza gegessen. H. hat Rigatoni mit Hackfleischsoße gegessen und ich einen großen Hamburger. 
Zum Essen hatten wir einen Hauswein bestellt. Üblicherweise erhält man davon ein Glas, aber wir bekamen gleich eine ganze Flasche hingestellt. 


Außerdem brachte die Bedienung auch noch gleich eine große Schüssel Oliven mit Gurken und Zwiebeln.

Als es dann ans Bezahlen ging, belief sich die Zeche auf 34 Euro und nun kommt das etwas Ungewöhnliche. Der Wirt stellte eine weitere Flasche Wein auf den Tresen und meinte, das sei ein Geschenk des Hauses. 

So was ist uns noch nie passiert und wir waren schon etwas perplex.

Aber es ist ja schön, wenn man auch mal positiv überrascht wird.


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