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Freitag, 17. Oktober 2025

17.10.2025 Ares-Vedra

Heute morgen haben wir mal wieder ziemlich verschlafen, weil es außer dem Meeresrauschen keinerlei Fremdgeräusche gab. 

Um 9 Uhr habe ich mal auf die Uhr geschaut und gedacht, dass es doch mal Zeit wäre, aufzustehen.


Aber war soll einem an so einem Übernachtungsplatz auch motivieren, möglichst schnell wegzufahren.

Wir haben bei strahlender Sonne ausgiebig gefrühstückt und sind gegen 11 Uhr weitergefahren.

Da wir wieder die kleinen Straßen, die möglichst nah an der Küste entlangeführen ausgesucht haben, wurde es in fast allen Durchfahrten extrem eng, so dass man immer aufpassen musste, sich die Spiegel nicht abzufahren.
In einem winzigen Dorf auf der Strecke haben offensichtlich die Anwohner zur Selbsthilfe gegriffen und dieses Flatterband über die Straße gehängt. Vermutlich ist es da unten so eng, dass sich schon etliche WoMos festgefahren haben und so verhindern sie, dass Fahrzeuge über 2 Meter Höhe da reinfahren.

Man konnte das aber mit einem geringen Umweg problemlos umfahren.

Nach wenigen Kilometern sind wir noch einmal zu einen Strandparkplatz etwas außerhalb von Ares abgebogen. Da stand ein Österreicher mit seinem uralten VW-Bus, mit dem wir uns eine Weile unterhalten haben. An dem Parkplatz hätte man auch sehr gut übernachten können und wäre nahezu alleine gewesen. (außer dem Österreicher)
Die Küste wurde nun aber zusehends langweiliger. Die schroffen Steilküsten waren verschwunden und es gab einfach nur noch schöne Sandstrandabschnitte ohne besonderen Flair.

Wir haben uns daher entschieden, nicht noch die nächsten beiden Tage jeden Küstenort hier abzugrasen sondern nach Santiago de Compostela zu fahren. Immerhin hatte ich die Strecke dorthin schon vor einer Woche ins Navi eingeben, aber wir waren immer noch 75 km davon entfernt. Da für Sonntag hier auch flächendeckend Regen angesagt ist, wollten wir Santiago zumindest noch bei schönem Wetter besuchen. Wir haben deshalb auf die etwas größeren Straßen gewechselt und sind hier bei Paderne über die Brücke gefahren.


Nun waren wir wieder auf dem Pilgerpfad, was aufgrund der vielen Rucksackgänger unübersehbar war.

Der Vorteil an diesen Strecken ist, dass es überall nette kleine Lokale gibt, in denen sich die Pilger preiswert stärken können. Das haben wir natürlich ausgenutzt und ein 2. Frühstück eingenommen, auch wenn wir nur OGLI-Pilger sind.

Gegen 15 Uhr sind wir in Santiago angekommen und haben gleich am Ortseingang einen riesigen Parkplatz, auf dem unzählige Busse und Wohnmobile standen, gesehen. Wir haben da mal angehalten und festgestellt, dass es nur rund 2km bis in die Stadt sind. H. hat zwar erst ein bisschen gemurrt aber wir waren uns einig, dass es besser ist, gleich hier zu halten, als wieder eine halbe Stunde in der Innenstadt zu kreiseln und einen freien Platz zu suchen.

Der Fußweg in die Stadt war dann recht kurzweilig, weil er durch diesen Park....

...un vorbei an hübschen Blümchen führte.
Das war die erste Kirche, an der wir in der Innenstadt vorbeigekommen sind. Hier fanden gerade irgendwelche Massenbeerdigungen statt, da 5 Leichenwagen und unzählige Leute vor der Kirche standen. Das ist einfach nur geschickt fotografiert, deshalb seht ihr das nicht.

Ansonsten muss ich zu Santiago nicht viel schreiben. Schaut euch einfach die Bilder an.

Eine sehr schöne Altstadt mit hübschen Gassen, die natürlich voll auf den Pilgertourismus ausgerichtet sind. Obwohl viele Leute unterwegs waren, war es lange nicht so voll, wie wir befürchtet hatten. Auch der Verkehr in der Stadt wahr sehr angenehm und fast schon ruhig.

Wir haben das Tourismusgeschäft natürlich auch angekurbelt, in dem wir hier Souvenirs gekauft haben.

Was wir nicht unterstützt haben ist die katholische Kirche, die hier gleich mal 20 Euro für die Besichtigung der Kirche haben wollte,


Klar, das Teil ist imposant, aber die armen Pilger, die über hunderte Kilometer hierhergelaufen sind dann noch auszunehmen, ist nicht in Ordnung.


Jetzt folgen einfach ein paar Bilder von unserem Stadtrundgang.














Wir haben den gesparten Kircheneintritt dann sinnvoll investiert und der örtlichen Gastronomie ein bisschen unter die Arme gegriffen.


Gegen 18.30 Uhr sind wir zum Parkplatz zurückgelaufen und es war klar, dass wir auf dem riesigen Platz, der auch noch ziemlich dreckig war, nicht übernachten wollen.


Wir haben uns deshalb in Park4Night einen Parkplatz 17km außerhalb bei einer Kapelle ausgesucht.

Kurz vor dem Platz gab es ein Hinweisschild zu einem Aussichtspunkt und da das nur 2km entfernt war, sind wir da noch kurz hingefahren.


Es war sehr schön da oben und wir hätten auch da übernachten können. Allerdings waren da schon 4 Autos mit jungen Pärchen und während wir uns da umgeschaut haben, kamen weitere sehr junge Leute angefahren. Die hatten Picknick-Gedöns dabei und sind mit ihren Taschen auf die Spitze marschiert, um dort einen romatischen Sonnenuntergang anzuschauen.

Von der Altersklasse waren wir hier echt deplaziert und sind deshalb lieber zu unserer Friedhofskapelle gefahren.


Es war das erste Mal, dass wir erst bei Dunkelheit an unserem Übernachtungsplatz angekommen sind.

H. war trotzdem noch so motiviert, zu kochen und hat Nudeln mit Tomatensoße gemacht. Es war das erste Mal, dass sie auf 2 Flammen des Spirituskochers, der ihr doch sehr suspekt ist, gekocht hat und es war gar nicht schlimm. Das Auto ist nicht abgefackelt und das Essen war gut.

Jetzt werden wir mal noch die Wettervorhersagen auswerten und dann entscheiden, wie es weitergeht. Für die Küste ist ab Sonntag flächendeckend Regen angesagt und wir überlegen, ob wir uns ins Inland verziehen, falls es dort besser aussieht. 

Aber ihr werdet ja sehen, wo wir landen.

 

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