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Dienstag, 18. November 2025

18.11.2025 Sant Corneli-Carcassonne

Als wir heute Morgen aufgestanden sind, hatte es 3 Grad bei stahlblauem Himmel. Auf den Wiesen hatte es teilweise Rauhreif.
Die Temperatur ist allerdings ziemlich egal, wenn man eine solche Bergsicht hat und außerdem waren wir ja auch auf über 1000m Höhe.
Heute hat dann die Google-Navi-Tante gleich bei der Abfahrt wieder genervt. Sie wollte mit aller Gewalt wieder runter auf die C16 fahren, also ein ganzes Stück die Strecke zurück, über die wir gestern gekommen waren.

Man hat aber auf der Karte gesehen, dass die Route über die B400 eher kürzer ist und in die entgegengesetzte Richtung führt. Also sind wir einfach mal die B400 gefahren und nach wenigen Kilometern kannte das Navi dann diese Strecke plötzlich auch.
Die B400 ist ein schmale Landstraße, auf der wir nahezu alleine unterwegs waren und durch wunderschöne Gebirgslandschaften gefahren sind.

Kurz vor Guardiola de Berguedà sind wir dann wieder auf die C16 gekommen. Der direkte Weg zum Grenzübergang in Puigcerdà ging laut Karte weiter über die C16, aber Google hat sich geweigert diese Route zu listen und wollte einen Umweg von rund 50km fahren. Egal was ich versucht habe, die Route wurde verweigert.
Da vorher schon ein paar Mal "peage" auf den Verkehrsschildern stand lag der Verdacht nahe, dass Google die Straße nicht nehmen möchte, weil sie mautpflichtig ist und ich immer die Option "Mautstraßen vermeiden" bei der Routenführung eingestellt habe.
Hier bei Bagà haben wir dann im Internet nach der Lösung gesucht und die KI gab zur Antwort, dass die C16 nur zwischen Barcelona und Manresa mautpflichtig ist und die restliche Strecke bis Puigcerdà mautfrei wäre. Also sind wir weiter auf der C16 geblieben...
....um dann hinter dem Túnel del Cadí festzustellen, dass die KI auch nur doof ist. Dort stand eine Mautstation und wir durften für die Tunneldurchfahrt 14,13 Euro berappen.
In Puigcerdà ging es dann über die Grenze nach Frankreich und danach immer höher in die Pyrenäen. Die Bergsicht war heute absolut außergewöhnlich. Kein Wölkchen am Himmel und rundum Blick auf teilweise schon schneebedeckte Gipfel.




Bis zum Col de la Perche sind wir auf der D66 und... 
...dann hier ab Mont Louis weiter auf die D118 gefahren.
Die D118 zieht sich unendlich lange über eine schmale, kurvernreiche Straße ins Tal. Es ist kaum Verkehr und die Straße ist schön aber man meint, es hört nicht mehr auf.






Auf der D118 muss man ständig auf die Felsüberhänge aufpassen, da diese teilweise nur 2,25 hoch sind und man dann schon ganz auf der äußeren Seite fahren sollte, wenn man sein Dach behalten möchte.




Als wir nach der langen Fahrt auf der 118 in der ersten etwas größeren Stadt, Quillan, angekommen sind, haben wir ein Kaffee gesucht und wurden nur in dieser Strubbelkneipe fündig, da alles andere um die Mittagszeit geschlossen hatte.
Hier gab es außer einem Kaffee nichts und wie man sieht, war es ziemlich unordentlich.
Danach sind wir noch kurz durch die Stadt gelaufen und haben ein paar Bilder gemacht.


Ich denke, mit diesen Bilder haben wir auch alle Sehenswürdigkeiten von Quillan abgelichtet. 
Von Quillan aus sind wir weiter nach Carcassonne gefahren, wo wir gegen 15 eingetroffen sind. Hier hatte es 9 Grad und einen eiskalten Wind, also auch nicht wesentlich wärmer als zuvor im Gebirge.
Wir wollten hier auf den einzigen Campingplatz und mussten feststellen, dass er geschlossen war.

Wir sind dann auf einen Wohnmobilstellplatz nebenan gefahren, wo man sich am Automaten ein Einfahrtticket für 13,40 Euro für 24 Stunden lösen kann.
Wir haben dann überlegt, gleich die 2 Kilometer in die historische Altstadt zu laufen, so lange man noch ein paar schöne Bilder mit Sonne machen kann.
Also sind wir gleich losgelaufen und haben die Altstadt ausgiebig besichtigt.










Normalerweise ist Carcassonne ja gerammelt voll mit Touris aber jetzt nach 16 Uhr war es hier fast menschenleer.

Das Problem war nur, dass die gefühlt 50 Gaststätten in der Altstadt alle schon zu hatten oder gerade am zumachen waren.
Da wir noch was essen wollten, haben wir mal geschaut und in 700m Entfernung von der Altstadt das Lokal La Métairie entdeckt, das laut Google angeblich um 17.30 Uhr öffnet. Also sind wir da hingelaufen und mussten feststellen, dass Google uns nun zum 3. Mal an einem Tag veräppelt hatte.
Das Lokal machte zwar um 17.40 Uhr tatsächlich auf, nachdem wir dort 10 Minuten im kalten Wind gewartet hatten, aber zu essen gabs erstmal nichts.
Es war eh ein absoluter Chaosschuppen. Tische aus Paletten, umbequeme Stühle die dazu überhaupt nicht passten und on Top war es noch eiskalt da drinnen, so dass wir unsere Jacken angelassen haben.

Bedient wurde man auch nicht, obwohl wir die einzigen Gäste waren. Der spanische Mensch hinter der Theke erklärte uns, dass man nur an der Theke bestellen kann und dort dann seine Sachen abzuholen hat. Auf die Pizza angesprochen meinte er, dass es die frühestens um 18.30 Uhr geben wird, er würde uns Bescheid geben, wenn der Pizza-Ofen soweit ist.
Um 18.15 Uhr gab er dann sein ok und drückte mir 2 Plastikmärkchen in die Hand. Auf meinen fragenden Blick meinte er, dass ich damit jetzt raus zum Pizzabäcker gehen und dem sagen soll, was wir möchten. Hatte ich schon erwähnt, dass außer uns niemand da war, er also nicht unter Stress litt.
Nun gut, wir hatten Hunger und so bin ich draußen zum marokkanischen Pizzabäcker gegangen und habe zunächst für H. eine Pizza-Thunfisch bestellt, die auf der Karte stand. Er schüttelte nur den Kopf und meinte, dass Thunfisch leider aus sei.

Ich habe dann halt 2 Pizzen bestellt, die er mit seinem vorhandenen Material zubereiten konnte und bekam daraufhin so ein elektronisches Blinkgerät, das man mit an den Tisch nimmt und das Radau macht, wenn man das Essen abholen kann. Während wir also weiter gewartet haben, haben wir von der Terrasse des Lokals aus ein paar Fotos von der Altstadt mit Flutlicht gemacht.
Irgendwann war die Pizza dann fertig und als ich sie (natürlich) selber beim Marok abgeholt habe, drückte er mir 2 Pizzakartons in die Hand.
H. hatte sich zwischenzeitlich im Lokal in einen Teppich eingewickelt, damit sie nicht erfriert.

Wir haben dann die heiße Pappe-Pizza, die auch noch 15 Euro/Stück gekostet hat, im kalten Lokal gegessen und haben uns schleunigst auf den Weg in Richtung Campingplatz gemacht, um dem ungastlichen Ort zu entfliehen. Auch als wir gegangen sind, waren noch keine weiteren Gäste gekommen.

Auf dem Heimweg mussten wir noch einmal durch die Altstadt, weil der Campingplatz auf der anderen Seite lag. 

Im WoMo hatten wir vorsorglich schon die Heizung angemacht, bevor wir in die Stadt gelaufen sind. So war es bei unserem Eintreffen wenigstens hier schön warm. Draußen hatte es gerade mal noch 5 Grad und bis morgenfrüh wird es wohl Richtung 0 Grad gehen.
 

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