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Sonntag, 5. Oktober 2025

05.10.2025 Bardena Reales - Santo Domingo de la Calzada

Die Entscheidung gestern, gleich noch eine Runde im Nationalpark zu drehen, war goldrichtig, da es heute Morgen stark bewölkt und immer noch extrem windig war. Außerdem hatte es gerade mal noch 16 Grad.
Wir sind dann trotzdem noch einmal die 10 km in den Park gefahren und haben ihn in Richtung Carcastillo durchquert. Diese Strecke ist wenig touristisch frequentiert, obwohl man auch an vielen tollen Felsformationen vorbeikommt. Sie ist halt nicht Teil des offiziellen Rundkurses im Park.


Hier gibt es überall diese kleinen Schneckenhäuser, die an den Baumstämmen und an jedem Grashalm hängen. Ich habe das bislang nicht gegoogelt aber vielleicht weiß jemand von Euch, was die an den trockenen Gräsern wollen.

Die weitere Strecke gestaltete sich dann schwierig. Google hatte verschiedene Routen vorgeschlagen und auf keiner dieser Strecken hatten wir irgendwelche Highlights entdeckt. 

Wir haben uns schließlich für eine Route in Richtung Logroño entschieden und da gab es wirklich gar nichts. In Marcilla sind wir im Ort rumgeirrt und haben das Castello gesucht, dass da angeschrieben war.

Wir haben es schließlich mitten in einem Wohngebiet gefunden. Das passt da irgendwie überhaupt nicht hin und es sieht auch nicht wirklich alt aus, obwohl es angeblich aus dem 15. Jahrhundert stammt.

Auch auf der weiteren Fahrt nach Logroño gab es nichts zu sehen. Man kommt dann in die Provinz Rioja, wo es riesige Weinanbaugebiete gibt, sonst aber nichts. Die Dörfer sind nicht wirklich schön und meistens recht ungepflegt.

Eigentlich wollten wir in Logroño irgendwo in der Innenstadt parken und uns die Stadt anschauen. Das war jedoch unmöglich, weil wir absolut keine Parkmöglichkeit gefunden haben und das am Sonntag. Es gab zwar mehrere Parkhäuser, aber das funktioniert mit dem WoMo halt nicht. Klar können wir da reinfahren, aber dann haben wir ein Cabrio.

Also sind wir ein paar Kilometer weiter in die Weinberge gefahren und haben dort unsere Kaffeepause gemacht.

Eigentlich müssten die Trauben längst geerntet sein und die großen Flächen waren auch alle abgeerntet. Man hatte allerdings den Eindruck, dass viele Weinberge einfach sich selbst überlassen wurden und die Trauben auch nicht mehr geholt werden. Eventuell ein Problem mit den Überkapazitäten im Weinmarkt, die sich hier sicher auch bemerkbar machen. 

Als wir genug Rioja-Reben gesehen hatten, haben wir uns entschieden, nach Santo Domingo de la Calzada zu fahren und uns hier einen Stellplatz zu suchen. Eigentlich hatten wir heute vor, nach Burgos zu fahren, aber dazu hatten wir bei dem bewölkten Himmel keine Lust mehr. Außerdem war es bei dem heftigen Wind heute einfach auch kalt, obwohl wir immer um die 20 Grad hatten.

Santo Domingo de la Calzada liegt, wie viele Orte hier, am Camino de la Santiago und das wird hier vollvermarktet, obwohl die Stadt - bis auf den kleinen Ortskern um den Plaza und die Kirche - nicht wirklich schön ist.
Für diese Kirche hier muss man z.B. 7 Euro Eintritt bezahlen. H. war fassungslos, als sie das gesehen hat und natürlich sind wir da nicht reingegangen. Ich weiß wirklich nicht, ob die katholische Kirche noch in der Position ist, Eintritt für ihre Kirchen zu verlangen. Die sollten eher froh sein, wenn überhaupt noch jemand kommt.
Wir sind kurz im Städtchen rumgeschlendert und haben gewartet, bis das Rastaurant La Gallina um 19 
Uhr aufmachte. Es war die einzige Gaststätte hier, die bereits so früh aufmacht. Bei allen anderen konnte man erst wieder ab 20 Uhr was zu essen bekommen.

Für den Turm hätte man extra noch einmal 4 Euro Eintritt bezahlen müssen. Das haben wir uns auch geschenkt.

Eine kleine Marienkirche gegenüber von der Kathedrale konnte man tatsächlich ohne Eintrittsgebühr betreten.
Hier ist eine uralte Herberge für die Pilger des Jacobswegs. 
Direkt daneben war unsere heutige Kneipe, das La Gallina. (Das Huhn)
Sie bieten hier verschiedene sehr günstige Tagesmenüs an, u.a. auch ein "Pilgermenü", das wir natürlich nicht genommen haben, weil wir ja mit dem Auto gekommen sind.
Wir haben das Menü für 18 Euro bestellt. Die Vorspeise, Melone mit Schinken, war schon riesig. Außerdem ist bei dem Menü schon eine Flasche Wein dabei.

Als Hauptspeise hatte H. eine gefüllte Paprika, wobei es ihr bis zum Schluss nicht gelungen ist, die Füllung zu identifzieren.

Ich hatte gegrilltes Schweinefleisch. 
Das Essen war auf jeden Fall gut.
Auch die Desserts waren sehr lecker.

Im Lokal waren etliche Gäste, die als Pilger unterwegs sind. Am Nebentisch saß ein Italiener, der, nachdem er seinen Wein getrunken hatte, mehrere Lieder in den höchsten Tönen geschmettert hat. Er hatte aber auch eine richtig gute Stimme und hat das ganze Lokal unterhalten.

Auf dem Heimweg zu unserem Übernachtungsplatz auf dem Krankenhausparkplatz haben wir noch diesen Turm der Maria de Leiva entdeckt, wer immer das auch ist.
Und obwohl wir den ganzen Tag durchs Rioja-Land gefahren sind, gabs im WoMo nur diese leere Flasche, weil wir die am Vortag schon ausgetrunken haben.
 

Samstag, 4. Oktober 2025

04.10.2025 Jaca-Bardena Reales (Arguedas)

Heute Morgen sind wir in Jaca bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Bardena Reales NP aufgebrochen. 
Für die Fahrt habe wir eine Strecke, die ich schon aus früheren Reisen kannte, genommen, weil sie landschaftlich unheimlich schön ist.
Es ging zunächst nach Santa Maria de la Peña. Das sind von Jaca aus nur rund 30km, aber schon auf dieser Strecke haben wir mindestens 10 mal angehalten, um Fotos zu machen.




Von Santa Maria de la Peña ging es weiter nach Presa de la Peña.

Hier gibt es einen Stausee....
...und nach Überqueren dieser Brücke kommt man an die Staumauer, die man zu Fuß überqueren kann.

Bei dem Himmel gab es einfach unheimlich viele Fotomotive, so dass ihr euch heute viele Bilder anschauen müsst.
Neben der Staumauer ist als Abfluss des Stausees ein gewaltiger Wasserfall, der sogar einen kleinen Regenbogen in der Gischwolke produzierte.




Es ging dann weiter nach 
Murillo de Gállego, einem kleinen Dorf mit diesen schönen Felsen im Hintergrund. Sie werden Mallos de Riglos genannt.

Nach weiteren unzähligen Fotostopps sind wir nach Loarre zum dortigen Castillo de Loarre gefahren. Das war zwar, für unsere Route gesehen, ein 12km-langes One-Way-Stück, aber wir wollten das Castillo einfach sehen.
Es hatte zwischenzeitlich 29 Grad und das schöne Wetter muss man schließlich ausnutzen.
Für den Eintritt ins Castillo haben wir wieder den Rentnerrabatt bekommen, so dass wir mit 6 Euro pP dabei waren.


Die Burg wurde hoch oben auf dem Felsen erbaut, so dass man einen sehr guten Rundumblick nach allen Seiten hatte. Da konnte man die Angreifer schon 2 Tage, bevor sie da waren, sehen.
Nach der Burgbesichtigung sind wir die 12 km zurück zu unserer ursprünglichen Strecke und dann weiter in Richtung Tudela gefahren. Dieses Teilstück von etwa 100km ist nicht sonderlich sehenswert. Man kommt an ein paar winzigen uralten Dörfern vorbei und sieht immer wieder verlassene und halbverfallene Häuser am Weg. 
Kurz bevor wir nach Bardena Reales gekommen sind, stand am Straßenrand ein Abzweig zur Bardena Negro. Wir haben den Abstecher genommen und sind rund 15km über Schotterpisten gebrettert, ohne etwas Nennenswertes zu sehen.

Wir sind dann weiter in den Nationalpark gefahren, wobei wir eine Schotterpiste von der Rückseite genommen haben. Eigentlich hatten wir geplant, den Park erst Morgen zu erkunden, zumal es schon 17 Uhr war. Da wir ihn aber aus der Richtung, aus der wir kamen, sowieso durchqueren mussten, haben wir das schöne Wetter mit dem blauen Himmel ausgenutzt und sind ein große Runde gefahren.
Man kann ja nicht wissen, was für eine Farbe der Himmel morgenfrüh hat und bevor man sich dann ärgert, macht man lieber gleich ein paar schöne Bilder.

 
Was man auf den Bildern nicht sehen kann, ist der unbändige Wind, der hier geblasen hat. Er hatte schon am Mittag auf der Burg in Loarre angefangen und sich seither kontinuirlich gesteigert. Da es weiterhin fast 30 Grad hatte, kam der wohl aus der Sahara.
Bardena Reales ist ein bisschen unwirklich. Mitten in Europa hat man das Gefühl, im Wilden Western unterwegs zu sein. Es kommt jetzt einfach mal eine kleine Auswahl der vielen Bilder, die wir hier gemacht haben.




Bei einem der Fotostopps im NP kam ein weiterer Oman angefahren. Das Paar kam aus Landau und es ist  immer wieder erstaunlich, dass man in jedem Urlaub Oman-Fahrer trifft, obwohl bisher noch keine 400 Stück davon gebaut wurden.

Gegen 18.30 Uhr sind wir zum kostenlosen Wohnmobilstellplatz an den Cuevas de Arguedas gefahren, der etwas 8km vom Besucherzentrum des Parks entfernt ist. Vor 3 Jahren stand ich hier fast alleine. Als wir heute ankamen, war der Platz mit mindestens 30-40 Wohnmobilen brechend voll. 
Wir haben aber dann ganz hinten etwas außerhalb des eigentlichen Stellplatzes aber direkt unterhalb der Höhlenwohnungen ein nettes Plätzchen gefunden.

Die ca. 60 Höhlenwohnungen hier wurden bis in die 60er Jahre tatsächlich bewohnt und gehen tief in den Berg. Besichtigen kann man sie aktuell nicht, da gerade Renovierungsarbeiten im Gange sind.
Da wir heute zwar oft ausgestiegen aber wenig gelaufen sind, haben wir noch einen Abendspaziergang in die nahe Innenstadt von Arguedas gemacht. 
Man meint zunächst, da gibt es außer halbverfallenen Häusern nichts, aber die haben tatsächlich einen Markplatz mit mehreren Gaststätten, die allerdings auch erst wieder ab 20 Uhr was zu Essen rausrücken. Da uns das zu spät ist, sind wir zurückgelaufen und haben uns im Auto was gerichtet.
Die Höhlenwohnungen werden nach Einbruch der Dunkelheit mit Farbwechsel-LED's angestrahlt. Das Rot gefiel mir am Besten, weshalb dieses Bild in den Blog durfte.

Draußen windet es weiterhin wir verrückt, während ich den Blog hier schreibe. Die ganze Karre wackelt. Schauen wir mal, was das Wetter noch so bringt.