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Freitag, 3. Oktober 2025

03.10.2025 Castet-Jaca (Spanien)

Ich hatte es befürchtet.

Nachdem wir seit fast 2 Wochen jeden Morgen bei blauem Himmel und Sonnenschein aus der Karre gekrabbelt sind, lag heute Morgen ein weißer Schleier am Himmel. Für die geplante Passfahrt durch die Pyrenäen eher suboptimal.

Wir haben dann richtig rumgetrödelt und bis 11 Uhr gewartet, aber es war keine Änderung in Sicht. Man sah die Sonne durch den Schleier und es war mit 17 Grad auch schon recht warm, aber das Blau am Himmel ließ sich nicht blicken.
Wir sind dann im Schneckentempo über Bielle und Béost zur Passhöhe des Portalet gefahren.
Der Pass wurde im Internet als einer der schönsten Überquerungen der Pyrenäen angepriesen, was man durchaus anzweifeln kann. Es ist landschaftlich durchaus nett, aber nicht sonderlich spektakulär. Die Straße führt mit mäßiger Steigung auf den Pass in 1794m Höhe.
Auf dem Weg kommt man an dieser großen Staumauer vorbei, die gerade saniert wird. Der See dahinter ist deshalb praktisch nicht vorhanden.
Es ist mehr oder weniger eine Pfütze.

Auf der Straße trifft man immer wieder mal auf freilaufende Kühe, die natürlich auch auf die Straße schei.....
Kurz vor diesem Fotostopp habe ich eine der recht frischen Hinterlassenschaften überfahren und das hat schon etwas gespritzt.

Als ich nach dem Foto hier wieder einsteigen wollte, musste ich erstmal den Türgriff von außen reinigen, weil er komplett mit Kuhgedöns eingesaut war.




Genau um 13 Uhr war es soweit.

Au revoir, France. Hola España.
 
Wir haben auf der Passhöhe unseren ersten spanischen Kaffee getrunken und sind nach der Pause in Richtung Huesca gefahren und dann nach Jaca gefahren.




In Jaca sind wir zunächst zum großen Carefour gefahren und haben eingekauft und getankt. Diesel ist hier mit 1,39 €/l rund 20 Cent günstiger als in Frankreich.

Nach dem Einkauf sind wir zu einem kostenlosen Wohnmobilstellplatz in der Innenstadt gefahren, der aber bereits komplett voll war. Wir haben aber direkt daneben auf einem breiten Seitenstreifen noch ein Plätzchen gefunden und sind dann kurz nach 16 Uhr in die Innenstadt gelaufen.

Die sieht um diese Zeit so aus, weil die Geschäfte erst um 17 Uhr wieder öffnen. 3 Stunden Siesta müssen einfach sein.

Wir sind daher zunächst zur Zitadelle gelaufen, die tatsächlich schon ab 16.30 Uhr geöffnet hat. Da ich die Eintrittskarten gekauft habe, war es, nachdem mich die Dame am Schalter angeschaut hatte, kein Problem, den Rentnertarif von 5 Euro pro Person zu bekommen.
Im Burggraben der Zitadelle leben etliche Hirsche, die sich hier recht wohlzufühlen scheinen.


Die Anlage ist sehr imposant und wie man sieht, kam jetzt auch ein klein bisschen blauer Himmel raus.

In den Gebäuden befindet sich ein Militärmuseum, wobei es überwiegend um die vielen Kriege geht, an denen die Spanier schon beteiligt waren und das sind einige.




Ein großer Teil des Museums besteht aus Miniaturausstellungen, in denen ganze Schlachten nachgestellt werden. Man will sich gar nicht vorstellen, was das für einen Spaß macht, 5000 Mal den gleichen Soldaten in einer größe von 2cm zu basteln und zu bemalen oder tausende Fahrzeuge nachzubauen.


Bis wir mit der Besichtigung fertig waren war es fast halb sechs und nun war die Innenstadt deutlich belebter.
Wir sind dann auch noch in die Kathedrale gegangen, die ab 17 Uhr geöffnet hat, nur gesehen haben wir nichts. Das ist so ein düsteres Loch und wenn man etwas sehen will, muss man Geld in einen Beleuchtungsautomaten werfen. Da wir nicht ausschließen konnten, dass dann andere mit unserem Geld die Kirche anschauen, haben wir das natürlich nicht gemacht. :-)

Nun hätten wir noch gerne was gegessen, aber das ist in Spanien um diese Zeit unmöglich. Wir haben in 3 Lokalen gefragt und überall hieß es, dass es erst ab 20 Uhr Comida gibt.
Letztendlich haben wir bei einem chinesischen Imbiss eine Kleinigkeit bekommen und sind dann zu unserem Auto zurückgelaufen. Morgen gehts wieder in die Prärie, es reicht jetzt wieder mit Stadt.




Donnerstag, 2. Oktober 2025

02.10.2025 Crouseilles-Castet

Heute wird es heilig aber der Reihe nach.

Die Nacht in den Reben war traumhaft ruhig und als wir heute Morgen aufgestanden sind, gab es wieder einen wolkenlosen Himmel und es war schon angenehm warm.

Wir sind nach dem Frühstück in Richtung Espoey gefahren. Hier kamen die Pyrenäen, wenn auch diesig, in Sicht. Es ging über winzige Straßen weiter in Richtung Lourdes.
In Lourdes haben wir wenige hundert Meter von der Innenstadt entfernt einen kostenlosen Parkplatz gefunden und sind dann um die Mittagszeit zum Platz des Wunders gelaufen. 
Die Mittagszeit bietet sich hier für Besichtigungen immer an, da die Franzosen ja pünktlich um 12 Uhr essen müssen und einem dann nicht im Weg rumlaufen.
Wir hatten tatsächlich mit weitaus mehr Betrieb gerechnet und waren daher von dem geringen  Besucheraufkommen überrascht.

Die Kirche(n), die hier über die Grotte gebaut wurden, sind wirklich schön und erstrecken sich über 3 Etagen.
Von der oberen Kirche hat man einen tollen Blick auf den Gave du Pau.


Der einzige Bereich, wo es zur Bildung einer kleinen Warteschlange kam, war direkt an der Grotte, wo das angebliche Wunder passiert sein soll. Die Gläubigen müssen da wohl unbedingt durch und die Felswand berühren, sonst hilft es nicht.
Da wir nicht so an Spontanheilungen glauben, haben wir uns das geschenkt und haben dafür unsere Wehwehchen immer noch.

Da wir noch nicht wussten, wo wir heute übernachten und ob es dort was zu essen gibt, haben wir nach der Besichtigung in der Tourimeile vor der Basilika ein Menü gegessen. Obwohl das hier eine Hochtouriregion ist, waren die Preise günstiger als in allen anderen Städten, in denen wir bisher waren. Das 3-Gänge Menü, das wirklich gut war, kostete 13,50 €. Eigentlich rechnet man an solchen Orten eher mit einem Tourizuschlag,
Nun war die Frage, ob wir hier bleiben oder noch ein Stück fahren.

Da es uns gestern in der Einsamkeit wesentlich besser als in der Stadt gefallen hatte, haben wir beschlossen, noch ein Stück in Richtung Pyrenäen zu fahren.

Es ging dann hier über Saint-pé-de-Bigorre...
...weiter nach Lestelle-Bètharram, wo wir nch einmal einen Stopp eingelegt haben, als wir die vielen Kapellen gesehen haben.
Hier gab es wohl auch ein Marienwunder und man hat entsprechend viele Kirchen und Kapellen gebaut, ohne aber an den Erfolg von Lourdes anknüpfen zu können. 
Auf jeden Fall ist der Ort sehr schön und man kann hier durchaus einige Zeit verbringen.

In der Gegend war jetzt auch sehr auffallend, dass die Campinginfrastruktur wieder deutlich besser ist. Alle paar Kilometer sind Campingplätze oder Wohnmobilstellplätze, die meist kostenlos sind, angeschrieben.


Als wir mit der Besichtigung fertig waren, sind wir 20km weiter in Richtung Pyrenäen gefahren und in Castet bei einem Bauern auf dessen "Campingplatz", einer Wiese vor dem Haus, gefahren. Es gibt hier saubere Duschen und Toiletten und eine schöne Aussicht auf die umliegenden Berge und die Ruine von Castet.
Bevor ich es vergesse:
Unser Souvenir von Lourdes ist dieser Wasserkanister, nachdem uns heute Morgen fast das Kaffeewasser ausgegangen wäre. Wenn man mehrere Tage frei steht, sind die 3 Flaschen, die wir immer wieder füllen, einfach recht schnell leer. 
Aber jetzt haben wir einen heiligen Kanister und ich gehe mal davon aus, dass der nie wieder leer wird und sich immer selber füllt.
Wir haben den Platz praktisch für uns alleine und konnten nach der Ankunft bei 23 Grad noch 2 Stunden draußen sitzen. 

In Lourdes hatte es am Mittag 25 Grad.

Als dann aber die Sonne hinter dem Berg verschwunden ist, wurde es recht schnell kühl und wir haben uns ins Auto verzogen.
Morgen geht es dann über den Pass nach Spanien und da schauen wir mal, was uns erwartet.


Mittwoch, 1. Oktober 2025

01.10.2025 Roillant-Crouseilles

Heute war ein weiterer Tag, mit vielen kleinen meist unspektakulären Dörfern.

Wir sind gegen 10.30 Uhr in Roillant in Richtung Bazas weggefahren. Es hatte um diese Zeit schon fast 20 Grad. 

In Bazas haben wir im Super U erstmal die Vorräte gefüllt und sind noh kurz in die Innenstadt gefahren.
Wir sind da ein bisschen rumgelaufen und haben die Kathedrale, die heute wegen des Gegenlichts nicht in den Blog darf, besichtigt. 
Außer diesem Platz und der Kathedrale gab es auch nicht viel mehr.
Es ging dann weiter nach Castelljaloux, wo wir ebenfalls eine ganze Weile rumgelaufen sind.

Hier gibt es ein Thermalbad und uralte Häuser in noch älteren Gassen, aber auch alles nicht wirklich außergewöhnlich. 

Den nächsten Stopp haben wir in Babaste bei der Mühle eingelegt. Ja, das auf dem Bild ist mal ausnahmsweise kein Chateau, sondern eine Mühle.

Das sieht wirklich schön aus, aber der Ort selbst gibt ansonsten nicht mehr her. Die Dörfer hier sind alle irgendwie tot und ein offenes Kaffee findet man nirgends.


In Mézin haben wir einen weiteren Versuch unternommen, einen Kaffee zu bekommen. Nach dem mühsamen Einparken in der engen Gasse habe ich erst beim Aussteigen gesehen, dass wir schier die Blumenampel abgeräumt hätten.

Das Einparken war auch umsonst. An der Ecke war zwar ein Bistro aber als wir ankamen hieß es, "wir schließen jetzt".

Wie sagte Obelix immer: Die spinnen, die Gallier.
Wir haben dann mal in Google für die ganzen nächsten Ortschaften nach Stellplätzen geschaut und ob es da dann auch irgendwelche Gaststätten gibt. Kurz gesagt, entweder es gibt Stellplätze aber sonst nichts. In den etwas größeren Ortschaften ist es dann umgekehrt. Es gibt einige Gaststätten aber keine Stellplätze.
Wir haben noch einen Stopp in Fourcès eingelegt. Irgendeine französische Organisation hat Fourcès zu einem der schönsten Dörfer Frankreichs erklärt. Nun ja, es ist hübsch, aber in 3 Minuten hat man alles abgelaufen und es gibt da absolut nichts. Kein Bistro, keine Gaststätte, nichts.




Wir haben dann einfach im Auto einen Kaffee getrunken und sind weiter nach Nogaro gefahren. Nogaro ist etwas größer und es gab Gaststätten aber nicht einen vernüftigen Platz zum Stehen.

Da nun klar war, dass wir heute sowieso nirgends eine Gaststätte finden werden, haben wir uns einen einsamen Stellplatz in den Weinbergen bei Crouseilles beim Weingut ausgesucht.
Der Platz ist kostenlos, hat Strom- und Wasseranschlüsse, wobei der Wasseranschluss irgendwelchen Vandalen zum Opfer gefallen ist.

Die Lage ist traumhaft und außer uns stand nur noch ein WoMo hier, das einem Bauarbeiter gehört, der nur am Abend zum Schlafen kommt.
Wir  sind noch die paar Meter bis zum Weingut gefahren und haben dort ein paar Sorten Wein probiert.

Anstandshalber haben wir dann auch eine Flasche gekauft. Wir hätten sicher auch mehr mitgenommen, wenn das Zeug schmackhaft gewesen wäre, aber wir fanden den beide nicht wirklich gut.

Nach dem Besuch des Weinguts haben wir uns noch 2 Stunden bei 24 Grad in die Sonne gesetzt und die Ruhe genossen. 

Morgen gehts dann wieder in den Trubel. Wir pilgern mit dem WoMo nach Lourdes.